Eine neue Düsentrieb

Die Lust auf mehr: Christine Brütsch hat bei der Gritec ihre erste Stelle als Ingenieurin angetreten. Jetzt konzipiert und baut sie auf Auftrag Maschinen, die die Welt ein bisschen einfacher machen.

Christine Brütsch ist niemand, der das Rampenlicht sucht. Vor einem blinkenden Aufnahmegerät zu sitzen und von ihrem Werdegang zu erzählen, ist ihr fremd. Sie macht den Eindruck eines Menschen, der sehr glücklich ist, wenn er komplett in seiner Arbeit versinken, wenn er Lösungen für Probleme suchen und finden kann.

Das Problem, mit dem sich die junge Maschinenbau-Ingenieurin derzeit konfrontiert sieht, ist eine komplexe Montage- und Prüfanlage. Irgendwas für den Medizinalbereich, irgendwas, was bislang von Hand gemacht wurde – zu genau dürfen wir das alles nicht wissen, denn die Maschinen, die hier bei der Firma Gritec in Grüsch hergestellt werden, sind Einzelanfertigungen und unterliegen strenger Geheimhaltung.

«Da hab ich das Gefühl, ich mache etwas Sinnvolles.»

Jedenfalls ist es das erste Projekt von Christine Brütsch bei der Gritec. Es begleitet sie seit letztem November, seit sie ihre Stelle hier angetreten und den Computer mit den beiden grossen Monitoren und den Programmen für technische Zeichnungen erstmals aufgestartet hat. Und jetzt, bald, schon in wenigen Tagen, soll das Ding, was sie konzipiert, entworfen und designt hat, tatsächlich zusammengebaut werden. Und das macht sie, verständlicherweise, ein bisschen nervös. Gleichzeitig ist es genau das, was sie hierhin, ins beschauliche Prättigau, mit den direkt neben dem modernen Industriebau grasenden Kühen und dem Blick auf das kleine Skigebiet, geführt hat: die Möglichkeit, ein Projekt von A bis Z durchziehen zu können.

Ursprünglich gelernt hat die 29-jährige Süddeutsche den Beruf der Technischen Produktdesignerin. Doch nach drei Jahren Berufslehre und einem halben Jahr im Job sagte sie jenen Satz, der so typisch ist für Ingenieure, die man im Alpenrheintal antrifft: «So ein bisschen mehr würd ich schon noch gern machen», sagte sie sich nämlich und meinte damit: selber Dinge entwickeln, «denn darin steckt die meiste Kreativität».

Und deswegen ist sie jetzt, nach vier Jahren Maschinenbaustudium in Konstanz, hier in Graubünden und baut Maschinen. «Ich habe schon eine längere Beziehung zur Schweiz – und auch zu diesem Kanton, dieser Landschaft. Früher haben wir hier oft Skiausflüge gemacht.» Dass sie diese Beziehung nun durch den Job auffrischen kann, behagt ihr sehr. Sie schätzt die Struktur, die Konzentriertheit, die Effizienz, mit der hier gearbeitet wird. Und eben auch diesen Blick, derzeit ins Grüne, dereinst wieder ins Weisse.

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Sie hätte aber durchaus auch woanders landen können: Für das Praxissemester war sie in Belgien, für ein Praktikum bei einem grossen Verpackungshersteller in den USA. Dass sie sich für Gritec und damit für Grüsch entschieden hat, ist zu einem grossen Teil der Vielseitigkeit und dem Abwechslungsreichtum ihres heutigen Jobs geschuldet. Jedes Projekt ist hier anders. Wenn diese Maschine fertig ist, kommt wahrscheinlich etwas ganz anderes auf sie zu. Ein neuer Kunde, ein neues Problem. Wenn sie wählen könnte, dann gerne wieder aus dem breiten Bereich der Medizinaltechnik oder Pharmazie. «Da hab ich das Gefühl, ich mache etwas Sinnvolles.»

In der Freizeit wird der Kopf gelüftet. Regelmässig geht sie ins Zumba oder zum Modern Dance, an den Wochenenden erkundet sie mit ihrem Partner nach und nach die Bergwelt, die sie hier umgibt. «Wir gehen das locker an: irgendwo mit der Gondel hoch, ein bisschen rumlaufen, die Aussicht geniessen und dann was essen.»

In der Montagehalle, die gleich unter dem Grossraumbüro liegt, in dem die Ingenieure und die Administration der Gritec sitzen, liegen schon verschiedene Einzelteile von Brütschs Automatisationsanlage bereit. Sie nimmt einen Greifarm in die Hand, prüft die Verarbeitung und legt ihn dann zufrieden zurück. Es scheint, als ob ihre Pläne stimmen.

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